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Was heißt neurodivers/ autistisch?

Alle Menschen nehmen die Welt unterschiedlich wahr. Unsere Denkweisen unterscheiden sich. Wir haben alle verschiedene Fähigkeiten und kommunizieren unterschiedlich.
 
Das wird Neurodiversität genannt, also neurologische Vielfalt.
 
Der Begriff Neurodiversität wurde von autistischen Menschen geprägt. Er soll Diskriminierungen aufgrund von nicht der Norm entsprechenden Wahrnehmungen, Verhaltensweisen, Fähigkeiten und Kommunikationsweisen etwas entgegensetzen.
 
Die Begriffe autistisch und neurodivergent (nicht der neurologischen Mehrheit entsprechend) werden als Selbstbeschreibungen genutzt. Auch unabhängig von Diagnosen. Viele autistische und neurodivergente Menschen erfahren unpassende Fremdzuschreibungen, Stigmatisierungen und Ausschlüsse – durch Menschen, die nicht berücksichtigen:
 
Das Problem sind fehlende Barrierefreiheit und die Abwertung von nicht der Mehrheit entsprechenden Bedürfnissen oder Verhaltensweisen.
 
Viele autistische und neurodivergente Menschen haben zum Beispiel andere Anforderungen an ihre Umgebung und an Kommunikation als neurotypische (der neurologischen Mehrheit entsprechende) Menschen.
 
Die Vorstellung, dass alle, die nicht der gesellschaftlichen oder medizinischen Norm entsprechen, sich an die Mehrheit anpassen müssen, ist weit verbreitet. Das hat gewaltvolle, diskriminierende und entwürdigende Auswirkungen auf (nicht nur) autistische und neurodivergente Menschen.
 
In den 1990er Jahren wurde deshalb die Neurodiversitätsbewegung begründet – mit vielen Parallelen zu queeren Bewegungen:
 
Beide setzen sich für Entpathologisierung ein, also dafür, dass Menschen nicht mehr aufgrund bestimmter Merkmale als krank oder gestört eingestuft werden. Es geht um Gleichberechtigung und Akzeptanz in der Gesellschaft. Weitere verbindende Themen sind die Einforderung grundlegender Menschenrechte und gesetzlicher Verbote von Konversionstherapien.